2014 – Jahr des Gedenkens

Geschichte - Denkmal Errichtung Republik 2014 ist ein Jahr des Gedenkens – für die gesamte Menschheit und insbesondere für die österreichische ArbeiterInnenbewegung. Vor 100 Jahren brach der 1. Weltkrieg aus und der 12. Februar 1934, der Tag des österreichischen Bürgerkriegs, in dem sich die Sozialdemokratie dem Abwehrkampf gegen das autoritäre austrofaschistische Regime stellte, jährt sich zum 80. Mal.

Untenstehend finden sich ein sowohl ein kurzer Überblick der Geschehnisse zwischen 1914 und 1934 von Genossin LAbg.GR a.D. Herta Slabina, Vorsitzende der Bezirksgruppe Favoriten des Bundes Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer/innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist/inn/en als auch weitere Hinweise auf aktuelle Dokumentationen, Medienberichte etc., die sich den geschichtlichen Ereignissen widmen.

G E D E N K E N
1oo Jahre 1. WELTKRIEG 1914-1918
8o JAHRE 12. FEBRUAR 1934

Wer die Vergangenheit nicht kennt, wird die Zukunft nie gestalten können! Wir sollten daher wissen, dass der 1. Weltkrieg mit seinem unvorstellbaren Gemetzel der Auslöser für viele Veränderungen und schicksalhafte Ereignisse war. Wenn jemand getötet wird, ist dies Mord, wenn Millionen getötet und ermordet werden und grauenhafte Qualen erleiden, ist dies „GESCHICHTE“!

Wir Freiheitskämpfer werden dies jedoch nie vergessen und verstehen uns als Mahner!

Mit der Errichtung der 1. Republik, die schwer erkämpft wurde, war bei den Menschen die Hoffnung auf ein friedvolles Leben wieder zurückgekehrt. Doch nach dem 1. Weltkrieg konnte nicht nur die Monarchie beendet werden, es wurde auch besonders Wien vollkommen verändert. Die Stadt wurde ein Ort der Hungersnot, Arbeitslosen und Kriegsinvaliden. Die Inflation vernichtete viele Vermögen und die aufkeimende Hoffnung wurde im Keim erstickt. Die erkämpfte Liberalität ging in einer Lawine der Intoleranz und Inhumanität unter.

Am 14. Juli 1927 schossen sogenannte Frontkämpfer in Schattendorf/Burgenland aus einem vergitterten Fenster auf Personen des Sozialdemokratischen Schutzbundes und töteten einen Arbeiter und ein Kind eines Eisenbahners. Die Verbrecher wurden jedoch vom Gericht FREIGESPROCHEN! Dies führte am 15. Juli zu einer Demonstration auf der Ringstraße in Wien. Der Justizpalast und eine Polizeidienststelle wurden in Brand gesteckt. Die Polizei schoss daher panikartig auf die Demonstranten, und viele von ihnen wurden getötet. Doch der damalige Bundeskanzler Dr. Seipl verneinte die Schuld der Polizei und meinte, schuld an den Toten sei allein der Bürgermeister Wiens.

Im Jahre 1933 wurde das Parlament ausgeschaltet, alle Sozialdemokratischen Organisationen wurden verboten, deren Mitglieder verhaftet und der STÄNDESTAAT errichtet. Dies versuchten die sozialdemokratischen Schutzbündler im FEBRUAR 1934 zu verhindern und ein Flächenbrand des Widerstandes gegen die austro-faschistische Diktatur erfasste ganz Österreich. Die Heimwehr, Polizei und das Militär schoss auf unschuldige Frauen und Kinder, und mit Kanonen auf Arbeiterwohnhäuser. Tausende Menschen, Tote auf beide Seiten waren das traurige Ergebnis.
Viele Schutzbündler wurden verhaftet, hingerichtet oder inhaftiert.

Es ist nun 8o Jahre her, dass sich Sozialdemokraten und Christlich-Soziale mit dem Gewehr
Gegenüberstanden, doch die Sozialdemokratischen Schutzbündler die Helden des Februars 1934
mussten der Gewalt weichen und der Traum von Freiheit und Demokratie war ausgeträumt.
Doch gewonnen hat in Wirklichkeit niemand – Sieger waren allein die Populisten, die
Nationalsozialisten. Niemand konnte ahnen, dass dies alles in einer faschistischen Diktatur und schlussendlich im 2. WELTKRIEG endet.

In diesen Erinnerungen an den 12. FEBRUAR 1934 ist ein ganzes Stück Geschichte der Österreichischen SOZIALDEMOKRATIE mit eingeschlossen und dieser Widerstand der Österreichischen Freiheitskämpfer war ein heldenhafter Akt für viele Demokratien Europas.

Bund der FreiheitskämpferInnen

Aus dem Bewusstsein der Verantwortung für unsere Demokratie und der nächsten Generationen werden wir Freiheitskämpfer und Antifaschisten so eine Entwicklung versuchen zu verhindern. Diesem Motto „NIEMALS VERGESSEN – und aus der Geschichte zu lernen“ haben wir uns verschrieben und legen jährlich im FEBRUAR ein neuerliches Versprechen ab, für Freiheit und Demokratie einzutreten, denn sie ist kein Geschenk sondern muss immer aufs NEUE verteidigt und erkämpft werden! (Genossin LAbg.GR a.D. Herta Slabina)

 

Der Bürgerkrieg und seine Folgen
Ö1 Radiokolleg, 10.-13.02.2014, Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek

„Als Bundeskanzler Engelbert Dollfuß im März 1933 das Parlament auflöste wurde die Demokratie in Österreich zerschlagen. Die erste Republik war Geschichte geworden. Das Regime unter christlich-sozialer Führung verbot die politische Opposition. Sozialdemokraten, Kommunisten und Nationalsozialisten wurden in den Untergrund gedrängt.
Die „Vaterländische Front“ wurde als paramilitärische Organisation von der Regierung eingesetzt um die Opposition zu unterdrücken. Eine „Ständestaat“ wurde errichtet. Doch diese Machtübernahme löste auch Widerstand aus. Als am 12.Februar 1934 die Linzer Parteizentrale der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei nach Waffen durchsucht werden sollte setzten sich die Schutzbündler zur Wehr.“ (Hier die Sendung zum Nachhören.)

trotz alledem! Sozialdemokratische Streuzettel der 1930er Jahre
Aktuelle Ausstellung im Das Rote Wien – Waschsalon Karl-Marx-Hof von 02.02. bis 04.12.2014

trotz alledem - sozialdemokratische flyer

 

Frauen in den Februarkämpfen 1934
Artikel auf germinal vienne

„Dass die Erinnerung und das Gedenken für die sozialdemokratischen Organisationen eine große Bedeutung und bis heute andauernde Funktion haben, ist an dieser Stelle bereits ausgeführt worden. Frauen* nehmen in der Erzählung zum 12. Februar 1934 einen relativ kleinen Platz ein, was weder der Realität noch den fehlenden Quellen geschuldet ist.“

1934: Versöhnung nach 80 Jahren?
ORF Report, 04.02.2014

„SPÖ und ÖVP wollen heuer erstmals seit Langem gemeinsam der Februarkämpfe von 1934 gedenken. Jahrzehntelang hatten die Schüsse des Dollfuß-Regimes auf die Arbeiter Rot und Schwarz entzweit und das Verhältnis von Arbeiterschaft und Kirche belastet, die den katholischen Ständestaat unterstützte. Neue Dokumente aus dem Vatikanischen Geheimarchiv belegen nun, wie sehr Rom in die Ereignisse des Jahres 1934 involviert war. Martina Schmidt und Eva Maria Kaiser berichten.“

 

Austrofaschismus und Arbeiterschaft: Zum 80. Jahrestag der gewaltsamen Ausschaltung der Sozialdemokratie
Emmerich Tálos, 12.02.2014, im Arbeit und Wirtschaft-Blog

„Vor 80 Jahren wurde die österreichische Sozialdemokratie, ein Jahr davor de facto der Nationalrat ausgeschaltet Die beiden Ereignisse stehen in einem engen Zusammenhang: Der politische Umbruch wurde vor dem Hintergrund forcierter politischer Veränderungsbestrebungen und zugespitzter Spannungen zwischen der bürgerlichen Regierung und der Sozialdemokratie im März 1933 eingeleitet. Er bildete auch den Rahmen für die spätere Ausschaltung der Sozialdemokratie.“

Schicksalsjahr 1934: Die Wiener Straßenbahner im Bürgerkrieg
derStandard.at, 12.02.2014

„Im Februar 1934 schossen Österreicher auf Österreicher. Im Bürgerkrieg kämpften Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe oft an vorderster Front.“

Vom Jännerstreik 1918 zum Februar ’34
Die Ereignisse der ArbeiterInnengeschichte nachverfolgt anhand eines Wiener Stadtspaziergangs durch die Erste Republik (sechs Stationen im Rahmen eines Seminars der GPA-djp Bildungsabteilung).

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