1934 – damals und heute: Krise

Aus der Geschichte für den Umgang mit der Krise lernen

„Wer den österreichischen Weg in Diktatur und Bürgerkrieg verstehen will, muss sich mit der damaligen Wirtschaftskrise beschäftigen.“

Sozialdemokratie Dieser einleitende Satz eines aktuellen Artikels im „Arbeit und Wirtschaft“-Blog mag recht unspektakulär erscheinen. In vielen Erklärungen des 2. Weltkriegs sowie auch des Heraufziehens des Nationalsozialismus ist die wirtschaftliche Not der Zwischenkriegszeit ein wesentlicher Faktor. Doch die Analyse der Krise und der damit zusammenhängenden politischen Entscheidungen und weiteren Entwicklungen legt weit mehr nahe, als nur die damaligen geschichtlichen Ereignisse zu verstehen. Sie stellt einen direkten Anknüpfungspunkt in die – durch die Krise gekennzeichnete – Gegenwart dar und weist einmal mehr darauf hin, dass sich aus der Geschichte auch für das Heute lernen ließe. So heißt es in dem Artikel mit dem Titel „Als Österreich Griechenland war: Krisenpolitik damals und heute“ weiter:

„Auch in der heutigen Eurokrise greifen die politischen Eliten angesichts wachsender Widerstände zunehmend auf autoritäre Maßnahmen zurück. Am deutlichsten wird das in Griechenland. Welche Gemeinsamkeiten hat der Krisenstaat mit dem damaligen Österreich? Was können wir aus der Geschichte lernen?“

Echt krass - Sparpolitik-Krise small Griechenland ist sicher das drastischste Beispiel der autoritären europäischen Krisenpolitik der europäischen Krisenbewältigung, die auf Sparzwänge („Austerität“) setzt und die Demokratie schwer unter Druck setzt. Doch Griechenland ist nicht das einzige Beispiel dieser neoliberalen Agenda der scheinbaren Krisenbewältigung. Die Entdemokratisierung wurde durch verschiedene Entscheidungen in den letzten Jahren über ganz Europa ausgedehnt.

Wie lässt sich also aus der Geschichte lernen? Wie kann antidemokratischen Tendenzen, die schon einmal in Österreich zu BürgerInnenkrieg, zu Ausschaltung des Parlaments und schließlich auch zur Katastrophe der nationalsozialistischen Diktatur geführt haben, entgegen gewirkt werden?
Diesen Themen und Fragen geht am 27. März 2014 auch eine Veranstaltung der VHS Ottakring nach:

„Spielräume in der Krise – Wege aus der Krise“

„Im Februar 1934 befand sich Österreich im Bürgerkrieg. Die Wirtschaftskrise der 20er Jahre hatte zuvor bereits aktive antidemokratische Strömungen politisch gestärkt. Gleichzeitig existierten vielversprechende Ansätze in Bildungs- und Arbeitmarktpolitik, die alternative Wege aus der Krise zeichneten. Auch heute gewinnen antidemokratische Tendenzen unter dem Titel der internationaler Krisenbekämpfung wieder Raum.
Mit Blick auf die Entwicklungen in den 1930er Jahren diskutieren die anwesenden ExpertInnen aktuelle Gestaltungsmöglichkeiten als Antwort auf die Wirtschaftskrise: Welche Alternativen stehen zur Verfügung? Gibt es eine demokratische Krisenpolitik?“

Donnerstag, 27. Februar 2014, 19:00 Uhr
VHS Ottakring, Mittlerer Saal
Ludo-Hartmann-Platz 7, 1160 Wien

(Danke Elisabeth Schuster für Veranstaltungshinweis und dazugehörigen Link!)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

25 − = 24